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Harz-Wanderer macht traurige Beobachtung – „Todesurteil“

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. So sieht es auch Natur-Fan Christoph. Voller Sorge richtet er einen Appell an alle Harz-Besucher.

© IMAGO/Dreamstime

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Die Tierwelt und Artenvielfalt im Harz ist extrem beeindruckend. Der Harz bietet unzähligen Wildtieren ein sicheres Zuhause.

Damit das auch so bleibt, richtet ein Mann jetzt einen Appell an alle Harz-Besucher. „Aus aktuellem Anlass“, schreibt er.

Harz: Naturfreund macht sich Sorgen

Christoph lebt in der Sächsischen Schweiz und ist selbst ein riesiger Natur- und Tierfreund. Umso mehr mache ihm das, was er in letzter Zeit so lese, zunehmend Bauchschmerzen, schreibt er bei Facebook. Genau hier, in verschiedenen Harzer Facebook-Gruppen habe er zuletzt immer wieder beobachtet, wie Bilder vermeintlich „zahmer“ Wildtiere aus dem Harz gepostet wurden. Etwa von Rotfüchsen oder Luchsen. Wichtig: Die Faszination für die Tierwelt teile er absolut. Was ihn stört sind vielmehr die exakten Ortsangaben, die die Tierfotografen manchmal mit angeben. Auch die fragwürdigen Verhaltensweisen der Wildtiere machen ihm Sorgen, sagt Christoph.

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Fakt sei, dass es im Harz Füchse gebe, die wegen der vielen Besucher ihre Scheu gegenüber uns Menschen nahezu komplett verloren hätten. Da sei es auch verständlich, dass Naturfreunde die stolzen Tiere mal aus der Nähe erleben wollen. „Dagegen spricht grundsätzlich nichts, sofern das Verhalten dem Tier gegenüber respektvoll und ihm nicht potentiell zum Nachteil wird“, schreibt Christoph. „Erfreut euch an den Anblicken, haltet Abstand ein und verzichtet zum Schutz dieser Tiere bitte auf Veröffentlichungen mit Angaben zum Aufnahmeort.“

„Wildtiere sind keine Haustiere“

Leider habe er selbst schon erleben müssen, welche Auswirkungen es für ein solches Tier haben kann, wenn es „öffentlich zur Touristen-Attraktion“ gemacht wird. So würden die Leute die Tiere „mit allem möglichen Mist“ füttern – zum Beispiel mit Chips, Keksen oder Weißbrot. Allein das sei schon ein enormes Gesundheitsrisiko für ein Tier. Christoph hat aber nach eigener Aussage noch mehr gesehen: „Andere bewerfen die Tiere mit Steinen, jagen ihnen nach oder nutzen die fehlende Scheu aus, indem sie die Tiere anlocken und schlimmstenfalls versuchen, sie anzufassen.“

Ein offenbar zutraulicher Fuchs freut sich über Schnee im Harz. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Warum das ein Problem ist? Christoph macht es kurz: „Weil es immer noch Wildtiere sind und Wildtiere bleiben. Wildtiere sind keine Haustiere, auch wenn sie zutraulich wirken.“ Ein Hund oder eine Katze seien domestizierte Tiere, die auf den Menschen angewiesen sind. Wildtiere seien das nicht. „Zu viel Nähe schafft hier potentiell schwerwiegende Probleme. Dadurch, dass Menschen Grenzen überschreiten und die Tiere anlocken oder füttern, werden diese potentiell aufdringlich. Kommt es hier einmal zu einem Zwischenfall, indem ein Tier beißt oder anderweitig verhaltensauffällig wird, ist das potentiell sein Todesurteil und kann dem Ruf der Tiere zu Unrecht schaden.“ Die Tiere öffentlich mit Ortsangaben zu zeigen, mache sie solange zu Attraktionen, bis ihnen die geballte Aufmerksamkeit zum Verhängnis werde.

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„Es wäre unfassbar traurig“

Er sei ja genau so begeistert von Wildtieren, betont Christoph. Es sei an sich ja auch großartig zu sehen, wie vielen anderen Naturfreunden es offenbar genau so gehe. Aber, so Christophs Appell: „Tragt bitte alle dafür Sorge und Verantwortung, dass diese und alle anderen im Harz lebenden Tiere dennoch geschützt werden. Sprecht Leute an, wenn ihr seht, dass sie Wildtiere füttern oder versuchen, ihre fehlende Scheu auszunutzen. Nicht alle sind ihnen gegenüber freundlich eingestellt. Es wäre unfassbar traurig, wenn auch nur eines dieser tollen Tiere sein Leben dafür bezahlen muss, weil Menschen ihnen gegenüber Grenzen überschreiten.“


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Öffentlich Ortsangaben zu teilen trage mit dazu bei. Man solle niemals öffentlich sagen, wann und wo genau man die Tiere gesehen und fotografiert hat, schreibt Christoph. „Essenziell ist wirklich, dass man keine Rückschlüsse auf den Ort der Aufnahmen machen kann und auch nicht auf Nachfragen eingeht. Es wäre alles kein Problem, wenn Bilder gezeigt werden, mit der Angabe: ‚Bei einer Wanderung im Harz‘ oder so“, sagt Christoph zu News38. Die Tiere hätten irgendwann überhaupt keine Ruhe mehr und würden auf gefährliches Fehlverhalten konditioniert: „Sie sehen jeden Tag viele Menschen – und dennoch verdienen sie es, ein Leben in Ruhe und Frieden zu leben.“