Tui Cruises steht derzeit im Zentrum einer Debatte, die weit über die Kreuzfahrtbranche hinaus Wellen schlägt. Der Reiseveranstalter hat eine eigentlich regulär geplante Seereise kurzfristig umgewandelt – und das gefällt selbstverständlich nicht jedem.
Die Maßnahme kam für viele überraschend. Zehn Familien, die bereits fest gebucht hatten, wurden nachträglich von der Reise ausgeschlossen. Kinder unter 18 Jahren seien auf dieser Etappe nicht zugelassen, teilte Tui Cruises mit. Der Aufschrei unter den Familien war groß. Mehrere Medien berichteten darüber.
Tui Cruises: „Mein Baby per Paketdienst nach Singapur?“
Betroffen ist eine Teilstrecke der Weltentdecker-Tour mit der Mein Schiff 6, die im November 2025 von Kapstadt nach Singapur führt. Sie wurde plötzlich in eine Tour ausschließlich für Erwachsene umgewandelt. Dabei hatten schon mehrere Familien gebucht.
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Besonders laut war der Protest in den sozialen Netzwerken. Ein betroffener Familienvater schrieb auf Facebook: „Eben einen Anruf von Tui Cruises bekommen, mein einjähriges Kind darf auf dieser Teilstrecke nicht mit! Wir sind insgesamt 55 Tage an Bord! Ewig gebucht und alles verplant! Es ist wirklich ein Skandal! Wie stellt sich Mein Schiff das vor? Mein Baby per Paketdienst von Kapstadt nach Singapur schicken?“
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Die Kritik entzündete sich nicht nur an der Entscheidung selbst, sondern vor allem an deren Zeitpunkt. Die Familien erfuhren erst nach ihrer Buchung und detaillierten Reiseplanung vom Ausschluss. Laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) erwogen einige der Betroffenen sogar rechtliche Schritte.
Tui Cruises verteidigt die Entscheidung
Gegenüber „Bild“ bestätigte Tui Cruises die Umstellung der Reise. Der Veranstalter erklärte, man habe „dem Wunsch vieler Gäste entsprochen, ein Angebot zu schaffen, das gezielt auf erwachsene Reisende zugeschnitten sei“. Den betroffenen Familien habe man Alternativen angeboten. Alle Familien hätten ein anderes Reiseangebot erhalten. Man habe sich mit allen geeinigt, hieß es auf Nachfrage.
Auch gegenüber der „NOZ“ betonte eine Sprecherin, dass nur zehn Familien betroffen seien. Diese hätten kostenlos stornieren können und Entschädigungsangebote erhalten. Etwa die Hälfte habe bereits auf eine alternative Reise umgebucht.
Öffentlicher Druck führt zur Kehrtwende
In den sozialen Netzwerken fiel die Reaktion deutlich aus. Nahezu alle Kommentatoren kritisierten die Vorgehensweise. Zwar sei eine „Adults Only“-Reise grundsätzlich legitim, hieß es mehrfach, doch eine nachträgliche Änderung auf Kosten von Familien sei inakzeptabel.
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Tui Cruises scheint von der massiven Kritik überrascht worden zu sein. Inzwischen reagierte das Unternehmen auf den öffentlichen Druck. Ein Sprecher erklärte gegenüber „Bild“: „Es ist aktuell nicht geplant, weitere Adults-Only-Reisen anzubieten.“