Veröffentlicht inNiedersachsen

Niedersachsen: Obdachloser schläft in der Stadt – was ihm dann passiert, ist grausam

In Niedersachsen wird ein Obdachloser mitten in der Nacht zusammengeschlagen. Es ist nicht das erste Mal, dass ihm das passiert.

© Diakonieverband Göttingen-Münden

Ehemaliger Obdachloser packt aus: So war das Leben auf den Straßen Berlins

Wir trafen in Berlin auf Dieter Bichler. Dieter wohnte mehrere Jahre auf der Straße und hat somit erlebt, was viele von uns sich nicht mal vorstellen wollen. Im Interview teilt er seine Erfahrungen.

Gewalt gegen Obdachlose ist nicht nur in Großstädten wie Berlin und Hamburg ein Problem. Auch in Städten in Niedersachsen kommt es immer wieder zu Gewalttaten.

So auch in Göttingen. Als sich ein Mann dort schlafen legte, wurde er mitten in der Nacht von Unbekannten angegriffen.

Niedersachsen: Obdachloser in Göttingen angegriffen

Das Ganze ist schon ein paar Wochen her: Am 11. März waren die beiden Streetworker Daniel und Viviene von der Straßensozialarbeit Göttingen (Straso) in der Innenstadt unterwegs. Als sie Pascal, einen ihrer Klienten sehen, bemerken die beiden schon von weitem, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

+++ Niedersachsen: Hündin stirbt – ihr Schicksal macht fassungslos! „Kaum zu ertragen“ +++

Eigentlich war Streetworker Daniel am Vormittag mit Pascal verabredet, schreibt die Straso Göttingen. Doch Pascal ist nicht aufgetaucht. Als die beiden ihn dann am Nachmittag zu Gesicht bekommen, erkennen sie auch warum. Pascal hat Verbände an beiden Händen und eine Platzwunde am Kopf. Er sei mit einer Stange zusammengeschlagen worden, erzählt er.

Schon der zweite Angriff

Mitten in der Nacht sei er an seinem Schlafplatz in der Göttinger Innenstadt von mehreren unbekannten Personen angegriffen worden. Sie sollen „Hau ab hier“ gerufen haben, während sie auf ihn einschlugen. Pascal musste daraufhin die Nacht im Krankenhaus verbringen. „Was von dieser Nacht bleibt, ist eine Platzwunde, ein gebrochener Finger und Arm sowie die Ungewissheit, ob die nächsten Nächte sicher sein werden“, schreibt die Straso, die eine Einrichtung des Diakonieverbandes Göttingen-Münden ist.

So sahen Pascals Hände nach dem Angriff aus. Foto: Diakonieverband Göttingen-Münden

Für Pascal war es nicht das erste Mal, dass er angegriffen wurde. Der letzte Angriff ist erst ein Jahr her.


Mehr News:


Damit ist er nicht allein. „Gewalt gegen Obdachlose ist nicht nur ein Problem in großen Metropolen, auch in Göttingen gibt es sie, bekannt werden nur wenige Fälle“, schreibt die Straso. 2023 wurden 2.122 Straftaten und 885 Gewalttaten gegen Obdachlose und wohnungslose Menschen registriert, zeigte eine Anfrage der Linke im Bundestag. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher. „Wenn es die Situation ohne Eigengefährdung zulässt, sprechen Sie die Opfer an und solidarisieren sich mit der betroffenen Person“, rät die Straso.