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Aufregung um geschmacklosen AfD-Post: „Dann flippen sie komplett aus“

Die LGBTQ-Bewegung ist der AfD ein Dorn im Auge. Jetzt tritt eine Abgeordnete auf X einen Skandal los. Im Zentrum der Kritik: Die Sesamstraße.

© NDR/Sesame Workshop/Jonathan Fri

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Dass die AfD Verfechterin des traditionalistischen Familienbildes und Gegner der LGBTQ-Bewegung ist, ist längst bekannt. Jetzt kommt es zu einem neuen Eklat. Auslöser ist das Programm der „Sesamstraße“. Im Herbst wird TV-Star und Influencer Riccardo Simonetti einen Gastauftritt in der Kindersendung haben – und der NDR, welcher die „Sesamstraße“ produziert, kassiert einen regelrechten Shitstorm.

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Grund ist das Lebensmodell von Simonetti. Der 32-Jährige hat im letzten Jahr seinen Verlobten Steven geheiratet und setzt sich medienwirksam für Aufklärung und Toleranz ein. Sein Auftritt in der neuen Staffel der „Sesamstraße“ widerstrebt der AfD daher auf ganzer Linie. Den Stein ins Rollen gebracht hat Vanessa Behrendt, AfD-Abgeordnete in Niedersachsen.

AfD poltert gegen „woken Mist“

„Hass und Hetze gegen eine (was auch immer) Person im Kinderfernsehen. Vielleicht einfach mal unsere Kinder mit eurem woken Mist in Ruhe lassen? Schon ist das Problem gelöst“, schreibt die 40-Jährige auf X. Adressat ihrer herben Kritik ist der NDR, der die Sendung seit 1973 produziert.


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In den Kommentarspalten finden sich zahlreiche Kommentare, die die Auffassung der AfD-Abgeordneten teilen. „Ich bin Vater von drei kleinen Kindern. Ich will keine verkleideten Männer, die sich inszenieren, als wären sie Frauen, in Kindersendungen wie der Sesamstraße. Lasst unsere Kinder einfach Kinder sein – ohne Umerziehungsprogramm, ohne versteckte Botschaften. Reicht jetzt!“, schreibt beispielsweise Marco Altinger. Er sitzt im Kreisrat der Stadt Landshut.

Deutlich größer ist jedoch die Community, die sich hinter Simonetti und den NDR stellt – und die AfD für ihren Kurs anprangert. Darunter sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch andere TV-Sender wie „ProSieben“. „Sie stellen den Entertainer Riccardo Simonetti an den Pranger, weil er einen Mann liebt. Dürfte Ihre Parteivorsitzende auch nicht in die Sesamstraße?“, teilt der Sender in einem Post mit.

„Frau Weidel, ihre Kollegin behauptet, Homosexuelle wären eine Gefahr für Kinder – und eine Gefahr für die Bewohner der Sesamstraße. Hat sich Samson jetzt mit Homosexualität infiziert und ist er nun gleichzusetzen mit einem Pädophilen?“, heißt es in einem süffisant zu verstehenden Kommentar von einer Nutzerin. „Wenn die Hetzer dahinter kommen, dass Ernie und Bert ein Paar sind, flippen sie sicher komplett aus“, schreibt ein weiterer User.

Seitens des NDR heißt es, dass die „Sesamstraße“ „seit mehr als 50 Jahren für Toleranz und Respekt“ steht. Platz für menschenverachtende Kommentare gebe es keinesfalls.