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PKS-Zahlen schockieren: Wenn Kinder zu Tätern werden

PKS beweist den steigende Wahnsinn: Warum immer mehr Kinder in Gewaltkriminalität verstrickt sind und was dringend getan werden muss.

Krisen, Ängste und Gewalt: Warum immer mehr Kinder straffällig werden und was genau die PKS bedeutet.
© IMAGO/imagebroker

Von der Unbekannten zur Bundesministerin: Nancy Faesers rascher Aufstieg

Bis vor kurzem hatte kaum jemand Nancy Faeser (SPD) auf dem Zettel. Binnen eines guten Jahres ist es ihr jedoch gelungen, Anerkennung als Bundesinnenministerin zu ernten. Doch ihre bundespolitische Karriere könnte schon im Herbst vorbei sein.

Eine der letzten Amtshandlungen der amtierenden Innenministerin Nancy Faeser (SPD) war die Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2024. Diese weist unter anderem einen Anstieg der Gewalttaten von Minderjährigen auf.

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Konkret verzeichnet die PKS einen Anstieg der tatverdächtigen Kinder um 11,3 Prozent auf 13.755 Fälle und bei Jugendlichen um 3,8 Prozent auf 31.383 Fälle. Diese Zahlen deuten auf eine besorgniserregende Entwicklung hin. Wo liegt der Grund für die höhere Gewaltbereitschaft unter Kindern?

Alarmierende Zahlen in der PKS: Gewaltbereitschaft unter Kindern steigt

Als mögliche Erklärung für die Gewaltkriminalität unter Minderjährigen nennt die PKS einen Anstieg psychischer Belastungen bei jungen Menschen. Diese sei ausgelöst durch eine Kombination mit anderen ungünstigen Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Kinder straffällig werden.

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Daniel Grein, Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, sagt zu unserer Redaktion: „Die Zahlen zu Gewaltdelikten bei Kindern und Jugendlichen unterliegen jährlichen Schwankungen, insofern ist aus einer einzelnen Statistik kein genereller Trend abzuleiten. Dennoch ist insbesondere der Anstieg der Gewaltdelikte bei Kindern ein Warnsignal.“

Er fährt fort: „Gewalt und Gewaltbereitschaft speist sich aus vielen Faktoren.“ Den Anstieg einzig auf die vermehrte Nutzung der sozialen Medien unter Jugendlichen und Kindern zurückzuführen, hält Grein deshalb für falsch.

Kinder in Deutschland belastet von Ukraine-Krieg?

Er beleuchtet einen anderen Aspekt, der die Gewaltbereitschaft von Minderjährigen ansteigen lassen könnte. „Kinder unter 14 Jahren wachsen in einem Jahrzehnt der Krisen auf. Wesentliche Lebensabschnitte dieser Kinder fanden unter den Einschränkungen einer weltweiten Pandemie statt, es folgte der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Ängste, die natürlich auch Kinder spüren.“

Außerdem erklärt der Experte: „Und auch die aktuelle Weltlage macht einen optimistischen Blick auf die Zukunft sehr schwer. Die Erwachsenen in Gesellschaft und Politik sind so sehr mit dem Katastrophenmanagement beschäftigt, dass die Ängste und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen dabei aus dem Blick geraten.“


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Laut Grein könnte ein Lösungsansatz sein: „Es muss uns als Politik und Gesellschaft auch in diesen Zeiten gelingen, Kinder und Jugendliche nicht zu vergessen und gleichzeitig daran zu arbeiten, auch den künftigen Generationen eine Zukunft in Wohlstand und Frieden mit möglichst gleichen Chancen für alle zu erhalten. Das zu vermitteln, gelingt in den letzten Jahren immer weniger.“