Es ist noch schlimmer gekommen als befürchtet! Donald Trump setzt seine aggressive Zollpolitik fort. Am 5. April tritt für Handelspartner weltweit ein Mindestzoll in Höhe von 10 Prozent in Kraft. Höhere Zölle für die nach Ansicht des Weißen Hauses „schlimmsten Übeltäter“ sollen am 9. April gelten. Zu diesen zählt Trump vor allem die EU, Japan, Indien und China.
An den Börsen sorgt diese Ankündigung weltweit für enorme Turbulenzen. Ökonomen befürchten eine Rezession. Mehr Details und Reaktionen zum US-Handelskrieg erfährst du in diesem Newsblog.
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Newsblog: Neue Hammer-Zölle von Trump
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18.59 Uhr: US-Handelsminister kritisiert: „Aufhören, uns zu schikanieren“
US-Handelsminister Howard Lutnick geht nach der Verkündung des gewaltigen Zollpakets davon aus, dass betroffene Länder ihre Handelspolitik überdenken. „Ich erwarte, dass die meisten Länder beginnen werden, ihre Handelspolitik gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika genauer zu prüfen und aufhören, uns zu schikanieren“, sagte Lutnick im US-Fernsehen. Lutnick ließ offen, ob die USA im Gegenzug ihre Zölle senken würden.
Er sagte weiter: „Wir sprechen mit allen großen Ländern der Welt. Wir führen diese Gespräche seit über einem Monat.“ Das Zollpaket sei absehbar gewesen. Die entscheidende Frage sei, ob andere Länder die USA künftig fair behandeln würden, so Lutnick. „Die Antwort ist, dass dies mit der Zeit geschehen wird – amerikanische Produkte werden sich besser auf den Weltmärkten verkaufen.“ Außerdem würden nun alle Unternehmen ihre Fabriken in den USA bauen, versprach der Minister.
16.20 Uhr: Wall Street verzeichnet starke Verluste
Zum Handelsauftakt rutscht der Leitindex Dow Jones Industrial um 2,7 Prozent auf nun 41.098 Punkte runter. Noch ist er nicht unter das Tief von Mitte März bei 40.661 Zählern gefallen. Das würde den größten prozentualen Tagesverlust des Dow seit September 2022 bedeuten. Investoren haben mit Aktienverkäufen in großem Stil haben auf die hohen Trump-Importzölle reagiert.
Noch höher als bei Dow Jones Industrial waren die Verluste an der Nasdaq-Börse, die von von großen Technologietiteln geprägt ist. Der Nasdaq 100 Index macht 3,9 Prozentpunkte minus und liegt jetzt bei 18.828 Punkten. Auch der marktbreite S&P 500 sackt um 3,2 Prozent auf 5.487 Zähler ab. Beide sind somit auf dem tiefsten Stand seit September 2024.
15.12 Uhr: Die Auswirkungen an den Börsen
Mehrere Stunden nach dem Zölle-Knall ergeben sich klare Auswirkungen. Der Euro steigt im Wert. Der Ölpreis fällt deutlich, offenbar weil der Markt damit rechnet, dass der Welthandel und damit der Bedarf an Öl zurückgehen wird. Der Dax ist mittlerweile 2,38 Prozent im Minus!
14.56 Uhr: Trump „angetrieben von Wahnvorstellungen“
Die Wirtschaftswelt ist fassungslos über das Treiben von Donald Trump. Die angesehene Zeitschrift „The Economist“ titelt „Ruination Day“ („Ruinierungstag“) statt Befreiungstag, wie der Präsident ihn nannte.
Das Urteil des Blattes ist extrem: „Schwer zu sagen, was beunruhigender ist: dass der Anführer der freien Welt völligen Unsinn über ihre höchst erfolgreiche und am meisten bewunderte Wirtschaft von sich geben kann. Oder dass Donald Trump am 2. April, angetrieben von seinen Wahnvorstellungen, den größten Bruch in der amerikanischen Handelspolitik seit über einem Jahrhundert verkündete – und den schwerwiegendsten, schädlichsten und unnötigsten wirtschaftlichen Fehler der Neuzeit beging.“
14.23 Uhr: EU offenbar bestens vorbereitet – Habeck gibt ersten Einblick in Geheimpapier
Robert Habeck, noch geschäftsführender Wirtschaftsminister, hat am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz für eine spektakuläre Szene gesorgt. Habeck: „Ich hab das mal mitgebracht. Das darf ich Ihnen noch gar nicht zeigen. Das sind die Gegenmaßnahmen, doppelseitig bedruckt, so sieht’s aus. Und das geht jetzt listenweise durch in den verschiedenen Produkte.“
Er hielt einen Stapel Papiere in der Hand – offenbar die noch geheime Antwort der EU auf Trump und seine Zölle, die er einen „ökonomischen Blindflug“ bezeichnete.
11.32 Uhr: „Es wird nur Verlierer geben“, befürchtet Scholz
Noch-Kanzler Olaf Scholz befürchtet: „Es wird nur Verlierer geben!“ Die Zölle von Trump seien „ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat“.
11.05 Uhr: Irre Panne der Trump-Regierung
Wahnsinn! Wie jetzt herauskommt, setzt die Trump-Regierung auch Importzölle von 10 Prozent für die Heard- und McDonald-Inseln an. Die befinden sich im australischen Außengebiet und werden von Australien verwaltet. Problem: Dort wohnt kein Mensch, dafür aber Robben, Vögel und Königspinguine.
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9.50 Uhr: Dax rauscht in den Keller
Der wichtigste deutsche Aktienindex Dax ist am Donnerstagmorgen tief in den roten Zahlen. Kurz nach Handelsbeginn fällt der Dax um über 350 Punkte (-1,6 Prozent). Größter Verlierer ist Adidas, mit einem Minus von fast 10 Prozent! Auch Konkurrent Puma verliert deutlich. Das liegt vor allem daran, dass Trump massive Zölle auch für Vietnam (42 Prozent), Indonesien (32 Prozent) und China (34 Prozent) verkündet hat – wo viele Sportartikel produziert werden.
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Die neuen Mega-Zölle von Trump im Überblick:
Besonders hart treffen die neuen Zölle der USA China, andere asiatische Länder und die USA.
- EU: 20 Prozent
- China: 34 Prozent (schon seit dem 4. März gelten zusätzlich Zölle von 20 Prozent auf chinesische Importe, also insgesamt 54 Prozent!)
- Indien: 26 Prozent
- Südkorea, Kanada und Mexiko: 25 Prozent
- Japan: 24 Prozent
Am Donnerstag treten zudem neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte in Kraft. Zuvor hatte Trump bereits Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Unabhängig davon kann seit dem 2. April ein drastischer Strafzoll in Höhe von 25 Prozent für Länder gelten, die Öl und Gas aus Venezuela beziehen. Diese Maßnahme könnte insbesondere China und Indien hart treffen.
7.14 Uhr: Neue Auto-Zölle bereits in Kraft
Die pauschalen Zölle auf Auto-Importe in Höhe von 25 Prozent sind am Donnerstag um 6 Uhr unserer Zeit bereits in Kraft getreten. Spätestens am 3. Mai sollen auch Autoteile darunter fallen.
7.02 Uhr: Ausgerechnet Russland ist ausgenommen von neuen Zöllen
Die einzigen beiden Ländern, die nicht auf der langen Trump-Liste neuer Zölle stehen, sind ausgerechnet Nordkorea und Russland. Die Ukraine wird dagegen mit 10 Prozent belastet.
6.45 Uhr: „Arbeitsplätze und Fabriken werden zurück in unser Land kommen“, verspricht Trump
Trump will mit den neuen Zöllen wieder mehr (Industrie-)Arbeitsplätze in den USA schaffen. „Arbeitsplätze und Fabriken werden zurück in unser Land kommen“, verspricht er den US-Bürgern. Allerdings dürfte seine eigene Wählerschaft unter den Maßnahmen leiden, denn die Inflation wird sich voraussichtlich erhöhen, Aktienkurse einbrechen und die US-Wirtschaft dürfte zumindest kurzfristig einen Dämpfer erleben. Möglicherweise auch mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit!
6.15 Uhr: „Schwerer Schlag für die Weltwirtschaft“, sagt Ursula von der Leye
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle scharf kritisiert. Sie kündigte eine entsprechende Reaktionen der EU an. Die neuen Zölle seien ein „schwerer Schlag für die Weltwirtschaft“, sagte von der Leyen. Ein Handelskrieg zwischen den USA und der EU droht also!
6.04 Uhr: „Wird nur Verlierer produzieren“, warnt Automobilindustrie-Verband
Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hat die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump deutlich kritisiert. Präsidentin Hildegard Müller bezeichnete den Schritt als „Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung“. Dies sei somit „die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt“.
„Das ist kein America first, das ist America alone.“ Dieser Protektionismus werde „nur Verlierer produzieren“, fuhr die VDA-Präsidentin fort.
6.01 Uhr: Börsen-Einbrüche am Donnerstag nach Trump-Hammer?
Die Börse in Tokio hat bereits mit einem deutlichen Kurssturz reagiert. Auch Aktien großer US-Unternehmen geben nachbörslich deutlich nach, etwa Apple, Microsoft und Co. Es wird weltweit mit einem Börsen-Beben am Donnerstag gerechnet. Auch der Dax könnte deutlich ins Minus geraten.
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Art Hogan, Chef-Stratege der Investmentfirma Riley Wealth Management, sagt dem TV-Sender CNBC: „Was da vorgestellt wurde, ist so planlos wie alles, was diese Regierung bisher getan hat. Die Komplikationen, diese neuen Zölle nach sich ziehen werden, sind schlimmer als befürchtet und noch nicht im Marktpreis berücksichtigt.“
Ähnlich sieht es Sam Stovall von der Firma CFTA Research: „Die Märkte werden weiter absacken.“