Donald Trump hat die Welt einmal mehr in Aufruhr versetzt. Am Mittwoch (02. April) kündigte der Republikaner an, universelle Zölle auf Wareneinfuhren verhängen zu wollen. Diesmal sind die Maßnahmen aber nicht lokal beschränkt, sondern gelten für den globalen Markt. Es bleiben nur wenige Länder verschont, unter anderem Russland. Deutschland trifft diese Zoll-Welle schwer – und prompt wird eine Frage wieder aufgewärmt: Warum ruht ein großer Teil des deutschen Gold-Vermögens eigentlich in den USA? Und wie sicher ist es unter Trump?
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Der 02. April wird als historischer Tag in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Im Rosengarten des Weißen Hauses kündigte Trump an, künftig mindestens zehn Prozent Zollgebühren auf Importe aus aller Welt zu erheben. Waren aus der EU werden mit 20 Prozent besteuert. Es ist der vorläufige (negative) Höhepunkt seines unilateralen Politikkurses. Mit der Einschätzung, durch Zölle die US-Wirtschaft und die Produktivität der eigenen Unternehmen anzukurbeln, steht der Republikaner unterdessen weitgehend alleine dar.
Trotz Trump: Gold-Lagerung hat historische Gründe
Der Unmut hierzulande ist groß. Politiker, Wirtschaftsexperten und Börsianer gehen regelrecht auf die Barrikaden. Dass Trump ein wirtschaftliches Erstarken der Bundesrepublik verhindern möchte, ist offensichtlich. Angesichts dieser Entwicklung sorgen sich einige Protagonisten um 37 Prozent der deutschen Goldreserven – denn diese schlummern in den USA.
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Genauer gesagt bei der US-Notenbank in New York. Dafür gibt es mehrere Gründe, unter anderem den Kalten Krieg. Aus Sorge vor einem Angriff der Sowjetunion entschloss man sich für die Verlagerung in die US-Tresore. Nach Ende des Krieges sorgte in erster Linie der Markt dafür, dass knapp ein Drittel der Reserven in der Hauptstadt liegen blieben. Der Goldhandelsplatz in New York (COMEX) ist einer der größten der Welt. Weitere Lagerplätze sind neben der Bundesbank (Frankfurt) die Bank of England (London) und die Banque de France (Paris).
Steuerzahlerbund möchte Reserven zurückholen
Angesichts der von Trump ausgelösten globalen Unsicherheit fordert der europäische Steuerzahlerbund, das Gold möglichst schnell zurück nach Deutschland zu holen. „Wir dürfen unser eigenes Gold nicht mal kontrollieren – das ist ein untragbarer Zustand“, sagte Michael Jäger, der Präsident des Steuerzahlerbundes, im Interview mit ntv.
Dieses Begehren ist nicht neu, schon im Jahr 2012 entbrannte eine Debatte um den Lagerungsort. Damals kritisierte der Bundesrechnungshof, dass die Bundesbank die Gold-Bestände im Ausland nicht ausreichend physisch überprüft (keine regelmäßigen Inventuren). Auch Politiker griffen diese Forderung auf, beispielsweise in der Kampagne „Holt unser Gold heim!“ von Abgeordneten wie Peter Gauweiler (CSU).
Bis 2017 holte die Bundesbank 674 Tonnen Gold aus New York (300 Tonnen) und Paris (374 Tonnen) zurück nach Frankfurt. Die heute in New York schlummernden Reserven sind dennoch mehrere Milliarden Euro wert – und diese sind nach Ansicht mehrere Experten unter Trump nicht sicherer geworden.