Donald Trump hat die ohnehin schon angespannte Wirtschaftslage eskalieren lassen. Mit seinen universellen Zöllen verfolgt er den Traum, die heimische Industrie anzukurbeln und die Wohlfahrt der US-Bürger zu steigern.
Dass er damit auf dem Holzweg ist, wissen sämtliche Regierungschefs von liberalen Staaten. Sein Kurs entpuppt sich sogar schon jetzt als fatales Eigentor, denn er hat die privaten Rücklagen der (US-) Bevölkerung in Form von Aktien binnen weniger Stunden in einem extremen Ausmaß dezimiert. Ein Kommentar.
Trump auf dem Irrweg: Globalisierung fördert Wohlfahrt
Als ich am Donnerstagmorgen (03. April) erstmals vom neuen Zoll-Hirngespinst erfahren habe, ahnte ich bereits Böses. Schon die von Trump verhängten Gebühren auf Stahl- und Aluminiumimporte sowie auf Autos haben unterstrichen, dass der Republikaner seinen unilateralen Kurs mit absoluter Härte durchsetzt und kein Interesse an wirtschaftlich starken internationalen Partnern hat. Die Sorge vor einer lokalen Rezession hat die Aktien schon zu jenem Zeitpunkt ein erstes Mal in den Keller rauschen lassen.
+++ Das könnte dich auch interessieren: Tödlicher Unfall setzt Aktie von E-Autobauer massiv unter Druck +++
Sein Ansatz, den Wohlstand der US-Bevölkerung möglichst schnell zu fördern, ist zwar lobenswert. Doch die Tatsache, dass Wohlstand auf internationaler wirtschaftlicher Kooperation beruht, zählt zu den einfachsten Grundlagen der Volkswirtschaft. Das ein Land kein „Alleskönner“ sein kann, schon aufgrund der natürlichen Gegebenheit, ist eigentlich logisch.
Weitere Nachrichten:
Die nun angekündigten universellen Zölle lassen einen daher nicht nur kopfschüttelnd, sondern vor allem erschüttert zurück. Der Grund: Sein Kurs trifft nicht nur die Industrie, sondern in erster Linie die Bürger – auch diejenigen in den USA. Ihr Erspartes an den Börsen hat binnen weniger Stunden massiv an Wert verloren. Egal ob es in ETFs oder Aktien schlummert, egal ob es an der US-Börse, in Frankfurt oder in Shanghai liegt.
Im Vergleich wirkten die ersten, lokal begrenzten Zölle von Trump noch harmlos. Auch die Börsen waren eher punktuell betroffen und viele US-Anleger flüchteten auf den europäischen oder asiatischen Markt. Doch der jetzt entfachte Handelskrieg samt der verhängten beziehungsweise angedrohten Gegenzölle macht vor keinem Portfolio Halt.
Aktien brechen weltweit ein
Auch ich habe mich (zu) lange in Sicherheit gewähnt, da ich schon unmittelbar nach dem Trump-Amtsantritt meine US-Aktien (Einzelpositionen) verkauft und umgeschichtet habe. Mein Fokus liegt nunmehr auf dem asiatischen Markt, bis vor Kurzem ein durchaus profitabler Schritt. Doch jetzt trifft es Asien besonders hart. Bestes Beispiel ist Taiwan, wo unter anderem 60 Prozent aller Chips, die für Technologien wie 5G oder die Künstliche Intelligenz benötigt werden, hergestellt werden.
Trump hat Produkte aus Taiwan mit 32 Prozent abgestraft. Die Folgen für den lokalen Absatzmarkt und somit auch für die Aktien liegen auf der Hand. Gleiches gilt beispielsweise für Waren aus China. Die Zollgebühren betragen astronomische 34 Prozent.
Doch damit noch nicht genug: Um den eigenen Markt zu schützen, hat China am Freitag (04. April) Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent angekündigt. In der Konsequenz wird auch dieser Schachzug den individuellen Wohlstand minimieren.
Zum einen, weil die US-Produkte deutlich teurer werden, zum anderen, weil die „Ersatzprodukte“ aus China eine größere Gewichtung bekommen und auch jene Konzerne den Preis anheben werden. Letzterer unternehmerischer Ansatz ist allerdings nicht zu verübeln. Ergo wird das Geld von der Börse genommen und die Kurse sacken noch weiter ab. In meinem Fall steht ein Minus von 17 Prozent binnen eines Tages auf der Habenseite. Danke, Donald.
Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Anlageempfehlung und auch nicht um eine Kaufempfehlung unserer Redaktion.