Nach dem Mord an der 15-jährigen Anastasia aus Salzgitter wird einem der jungen Tatverdächtigen der Prozess gemacht.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Mord-Anklage gegen einen 14-Jährigen aus Salzgitter erhoben, wie die Ermittler am Dienstag mitteilten. Er muss sich vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Braunschweig verantworten.
Salzgitter: Jungs sollen Mordplan geschmiedet haben
Der Jugendliche soll Anastasia am 19. Juni dieses Jahres zusammen mit einem 13-jährigen Freund heimtückisch umgebracht haben. Die Polizei hatte die Mädchen-Leiche zwei Tage später in einem Gebüsch am Hans-Böckler-Ring in Fredenberg gefunden.
Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass die Jungs etwa Mitte Mai ihren grausamen Plan schmiedeten. Demnach kannten sich die drei Teenager seit ein paar Monaten aus der Schule und trafen sich auch in der Freizeit öfters mal. Der 14-Jährige soll für Anastasia ein guter Freund gewesen sein, dem sie vertraute.
Am Tag des Mordes sollen die beiden Jungs ihre „Freundin“ in die Falle gelockt haben. Demnach hatten sie sich mit ihr auf einem verwilderten Grundstück am Hans-Böckler-Ring getroffen – offiziell zum Kirschenessen, aber die Ermittler sind sich sicher, dass da der Mordplan längst stand.
Mehr News:
Als Anastasia da war, soll der 13-Jährige sie nach Absprache mit dem Angeklagten von hinten so lange gewürgt haben, bis sie bewusstlos war. Dann sollen die Jugendlichen Anastasia erstickt und ihre Leiche im Gebüsch versteckt haben.
Die Frage nach dem Warum ist auch fünf Monate nach der Tat völlig offen. Die Staatsanwaltschaft konnte bis heute nicht herausfinden, was genau das Motiv für den heimtückischen Mord in Salzgitter war. Der Fall hatte damals bundesweit für Fassungslosigkeit gesorgt. Bis heute ist Anastasias Tod ein großes Thema in Fredenberg.
Salzgitter: 14-Jähriger sitzt in U-Haft
Die Ermittler hatten den 14-Jährigen noch am Tag des Leichenfunds festgenommen. Seitdem sitzt der jetzt Angeklagte in U-Haft. Wann der Prozess gegen ihn startet, war zunächst offen. Wahrscheinlich aber schon im Dezember.
Der mutmaßliche Mittäter war bei dem Mord erst 13 Jahre alt – und damit laut deutschem Recht noch nicht strafmündig. Daher sind den Ermittlern die Hände gebunden, sie können ihn strafrechtlich nicht verfolgen. Er kann also nicht angeklagt werden. Das Jugendamt der Stadt Salzgitter kann „erziehungsrechtliche Maßnahmen“ gegen ihn ergreifen. Damaligen Angaben zufolge wollte das Jugendamt die Unterbringung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie erreichen, die vom Familiengericht angeordnet werden muss. Der Junge wurde wie auch der 14-Jährige von einem Psychiater begutachtet.