Um Personalkosten zu senken, greift VW aktuell vermehrt auf das Angebot der Altersteilzeit zurück. Damit können Beschäftigte schon vor ihrem eigentlichen Rentenanfang weniger Arbeitsstunden haben.
Doch nicht für alle lohnt sich das Angebot von VW. Trotzdem hält ein Experte es in vielen Fällen für einen guten Deal.
VW wirbt mit Angebot zur Altersteilzeit
Seit einigen Monaten schlägt sich VW mit sinkenden Absatzzahlen herum. Auch der Abbau von Personal und die Schließung von Werken standen immer wieder im Raum. Nach Verhandlungen zwischen VW und der Gewerkschaft sicherte der Autobauer den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wieder eine Beschäftigungssicherung bis 2030 zu. Dennoch muss der Konzern massiv Stellen abbauen. Eines der wenigen Instrumente, die da noch übrig bleiben, ist die sogenannte Altersteilzeit (AZT).
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Beschäftigte können mit der ATZ ihre Arbeitszeit halbieren und so schon vor ihrem eigentlichen Eintritt in die Rente entlastet werden. Besonders in der aktuellen Situation ist es für VW lukrativ, wenn möglichst viele Beschäftigte in ATZ gehen. Der Autobauer bietet deshalb viele Vorteile: Das Entgelt wird auf 78 bis 95 Prozent vom bisherigen Nettogehalt aufgestockt, Arbeitgeberbeiträge werden in gleicher Höhe, wie vor der ATZ gezahlt, Lücken in der gesetzlichen Rente gleicht VW lebenslang aus.
„Das Angebot von VW geht über das gesetzlich erforderliche hinaus“, sagt auch Andreas Irion, stellvertretender Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater, zum Angebot. Doch ob die ATZ wirklich sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden.
Für diese Beschäftigten lohnt sich die Altersteilzeit
Es gibt bestimmte „Extremfälle“ in denen sich die ATZ nicht lohnt, sagt der Experte. Das betrifft zum Beispiel diejenigen, die aktuell hohe Abzahlungen für ein Haus oder ähnliches leisten müssen oder andere hohe und regelmäßige Ausgaben haben. Auch für die persönlichen Gewohnheiten kann die ATZ nicht die richtige Wahl sein. Diejenigen, die Veränderungen scheuen und die Routine des Arbeitsalltags beibehalten wollen, anstatt weniger zu arbeiten, sollten sich eine ATZ gut überlegen, rät Andreas Irion.
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Für andere hingegen stellt das Modell eine ideale Gelegenheit dar, um sich neu zu orientieren. Einige machen eine Weiterbildung, um während der ATZ einen zusätzlichen Job machen zu können, der nicht in dem eigentlichen Berufsfeld liegt und ihnen Spaß macht, sagt er. Auch die Pflege von Angehörigen kann ein Faktor für die ATZ sein.
VW kündigte an, dass Beschäftigte aus dem Jahrgang 1968 sowie schwerbehinderte Mitarbeitende des Jahrgangs 1969 künftig in ATZ gehen können. Im kommenden Jahr soll der Jahrgang 1970 folgen. Viel Zeit zur Vorbereitung vor der Rente bleibt den Beschäftigten nicht mehr. „Der Zug für eine finanzielle Vorsorge ist abgefahren“, sagt deshalb auch Andreas Irion. Die Entscheidung für oder gegen die ATZ ist sehr individuell. Beschäftigten, die mit ihrem aktuellen Nettogehalt ohnehin nur schwer über die Runden kommen, ist aber in der Regel von der ATZ abzuraten, erklärt er.