Das hat VW jetzt noch gefehlt… Eine mutmaßliche Panne sorgt im Wolfsburger Stammwerk für ein Wechselbad der Gefühle.
Hunderte Mitarbeiter hoffen und bangen gerade mit Blick auf ihre Jobs. Was ist da los bei VW?
VW: Unfassbare Wende bahnt sich an!
Während der Trump-Schock den Gesamtkonzern aktuell ordentlich durchschüttelt, gibt es auch die vermeintlich „kleineren“ Probleme bei VW. Für 370 Menschen allerdings geht es um alles. Um ihre Jobs nämlich. Die befristet Beschäftigten im Stammwerk Wolfsburg mussten bisher immer davon ausgehen, dass ihre Verträge definitiv im April auslaufen. Genau das hatte VW ihnen auch vor ein paar Tagen schriftlich mitgeteilt, hieß es am Donnerstag (3. April) vom Betriebsrat.
+++ VW macht ernst – Hunderte Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft +++
Jetzt aber könnte alles komplett anders kommen: „Höchstwahrscheinlich hat ein Fehler der Arbeitgeberseite bei der Vertragsausgestaltung aus den vermeintlich Befristeten längst unbefristete Stammbeschäftigte gemacht“, so der Betriebsrat. Das klingt fast nach Slapstick oder einem schlechten und verspäteten Aprilscherz. Aber es ist Fakt: Nach derzeitigem Stand der noch laufenden juristischen Prüfung scheine es so zu sein, dass im Jahr 2024 eine erneute Befristung nicht zustande kam, weil die arbeitsrechtliche Grundlage dafür nicht ausgereicht habe. Stattdessen wandelte sich die frühere Befristung in eine unbefristete Festanstellung bei der Volkswagen AG. Da kann man eigentlich nur gratulieren.
VW: Prüfung läuft noch
Wichtig sei aber, so betont es der Betriebsrat: Hierbei handle es sich vorerst nur um einen Zwischenstand. Die Prüfung seitens Volkswagen laufe noch, die durch die IG Metall auch. „Betriebsrat und Gewerkschaft mühen sich derzeit mit allen Kräften und Kapazitäten um Klarheit und eine abschließende Bewertung“, hieß es.
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Auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat sich inzwischen zu der mutmaßlich irren Kehrtwende im Stammwerk geäußert: „Es bestehen erhebliche Zweifel an der Annahme, dass überhaupt noch eine Befristung vorliegt. Es scheint dagegen sehr wahrscheinlich, dass die rund 370 Betroffenen längst Teil der Volkswagen-Stammbelegschaft sind und über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis verfügen.“ Zusammen mit der IG Metall unterstütze der Betriebsrat die Kollegen mit voller Kraft. „Unsere Erwartungshaltung ist klar: Das Unternehmen muss schleunigst für restlose Aufklärung sorgen und sich gegenüber den Betroffenen erklären. Eine tagelange Hängepartie wäre indiskutabel!“
„Ihr könnt euch sicher sein: Wir dringen darauf, dass für euch endlich Klarheit eintritt!“
Betriebsratschefin Daniela Cavallo richtet sich an die betroffenen Mitarbeiter
Eine Sache sei ihr in dem Kontext aber auch noch wichtig, sagte Cavallo: „Hier durchlaufen Hunderte Beschäftigte und ihre Angehörigen seit Wochen ein wahres Wechselbad der Gefühle irgendwo zwischen Ungewissheit, Enttäuschung, Verbitterung und Hoffnung. Vor dieser schwer zu ertragenden Situation haben wir großen Respekt!“
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Auch Christian Matzedda (Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg) fand ähnliche Worte: Die Gewerkschaft prüfe den Sachverhalt intensiv, um schnellstmöglich Klarheit für die betroffenen Kollegen zu schaffen. Außerdem gewähre die IG Metall ihnen auch Rechtsschutz. „Die Betroffenen hängen schon viel zu lange in der Luft und sind einem emotionalen Spießroutenlauf ausgesetzt. Wir sehen dabei ganz klar auch Volkswagen in der Verantwortung, den Kolleginnen und Kollegen, die großen Einsatz für das Unternehmen gezeigt haben, endlich Gewissheit über ihre Situation zu verschaffen.“
Das sagt VW zum Thema
Und was sagt VW zu dem Thema? Man überprüfe die Wirksamkeit des Auslaufs der 370 Arbeitsverträge und untersuche alle damit verbundenen relevanten Sachverhalte sorgfältig, sagte eine VW-Sprecherin zu News38.. Ziel sei es, schnellstmöglich Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen. „Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, werden wir umgehend über die nächsten Schritte informieren.“